Auszüge
aus dem sportlichen Reglement
Punktesystem
Für
die bestplatzierten zehn Fahrer eines jeden Rennens
werden nach folgendem Schema Punkte vergeben: 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1.
Das
WM-Klassement ergibt sich am Saisonende nach der Anzahl
der gesammelten Punkte. Sollte bei den Punkten zwischen
zwei oder mehreren Fahrern Gleichheit herrschen, dann
entscheidet das jeweils beste Saisonresultat. Ein zweiter
Platz sticht also einen dritten aus, ein dritter einen
vierten und so weiter. Sollten alle Resultate komplett
identisch sein, bestimmt der Automobilweltverband FIA
den Weltmeister nach den ihrer Meinung nach angemessenen
Kriterien.
Für
die Konstrukteurs-WM werden die Punkte aller Fahrer
eines Teams zusammengezählt.
Renndistanz
Für einen Grand Prix wird auf jeder Strecke die
geringstmögliche Rundenzahl bemessen, die eine
Distanz von 305 Kilometern überschreitet. Für
Monaco wird wegen der geringen Durchschnittsgeschwindigkeit
eine Ausnahme gemacht. Die maximale Renndauer beträgt
zwei Stunden.
Fahrertausch
Während der Saison darf jedes Team vier Fahrer
einsetzen. Fälle "höherer Gewalt"
zählen nicht dazu. Außerdem dürfen an
Freitagstrainings zusätzliche Fahrer zum Einsatz
kommen. Pro Session können aber maximal zwei Fahrer
eingesetzt werden.
Testverbot
Zwischen der Woche vor dem ersten Saisonrennen und dem
31. Dezember eines Kalenderjahres sind Testfahrten generell
verboten. Pro Kalenderjahr darf jedes Team maximal 15.000
Testkilometer absolvieren.
Ausnahme:
Wechselt ein Team während der Saison einen Fahrer
ein, der in den vorangegangenen beiden Kalenderjahren
an keinem Formel-1-Rennwochenende teilgenommen hat,
dann darf ein zusätzlicher Testtag eingelegt werden.
Absolviert dieser Fahrer den Testtag, nimmt dann aber
doch nicht am Rennen teil, wird dem Team im nächsten
Winter ein Testtag gestrichen.
Erlaubt sind auch PR-Fahrten auf eigens dafür zugelassenen
Reifen sowie drei Testtage für Nachwuchsfahrer
zwischen dem Saisonende und dem 31. Dezember. Daran
dürfen jedoch nur Fahrer teilnehmen, die nicht
mehr als zwei Grands Prix bestritten haben.
Ebenfalls
erlaubt sind sechs Geradeaustests zu aerodynamischen
Zwecken. Jeder dieser Testtage kann gegen vier Stunden
mit 1:1-Modellen im Windkanal eingetauscht werden.
Fahrzeuggewicht
Ein Formel-1-Wagen muss inklusive Fahrer, Öl und
Bremsflüssigkeit zu jedem Zeitpunkt auf der Strecke
mindestens 620 Kilogramm wiegen. Ausnahmen werden beim
Verlust von Fahrzeugteilen gemacht, die durch einen
Unfall oder technischen Defekt verursacht worden sind.
Reifen
Bridgestone bietet als Monopolist pro Grand Prix zwei
verschiedene Reifenmischungen an. Die weichere davon
muss für die Zuschauer ersichtlich gekennzeichnet
sein. In den Trainings und im Qualifying steht den Fahrern
die Reifenwahl frei, im Rennen muss jede der beiden
Mischungen aber für zumindest eine volle Runde
zum Einsatz kommen.
Jeder
Fahrer bekommt für den Freitag drei Reifensätze
zur Verfügung gestellt, zwei von der härteren
und einen von der weicheren Mischung. Ein Satz harter
Reifen muss nach dem ersten, die restlichen beiden Sätze
nach dem zweiten Training zurückgegeben werden.
Für den Rest des Rennwochenendes stehen acht Reifensätze
zur Verfügung (vier von jeder Mischung).
Die Fahrer, die am dritten Qualifyingabschnitt teilgenommen
haben, müssen mit jenen Reifen ins Rennen starten,
mit denen sie im dritten Abschnitt ihre schnellste Zeit
erzielt haben. Diese Regel entfällt bei einem Regenrennen.
Für
den Fall eines Regenrennens stehen jedem Fahrer vier
Regen- und drei Extremregenreifensätze zur Verfügung.
Die
Regel, dass jede der beiden Trockenmischungen verwendet
werden muss, gilt dann natürlich nicht. Dazu muss
das Rennen aber vom Rennleiter als "Wet Race"
deklariert werden.
Startaufstellung
Die Autos stehen nach den gefahrenen Zeiten in der Qualifikation
gestaffelt im Acht-Meter-Abstand versetzt zueinander.
Qualifying
Das Qualifying beginnt in der Regel am Samstag um 14:00
Uhr Ortszeit und läuft wie folgt ab: In den ersten
20 Minuten dürfen alle Autos auf die Strecke gehen.
Am Ende dieser ersten Session dürfen die fünf
(bei mehr als zehn Teams wird die Zahl der ausscheidenden
Fahrer so angepasst, dass am Ende zehn Finalisten übrig
bleiben) langsamsten Fahrer nicht weiter an der Qualifikation
teilnehmen. Diese Autos nehmen die letzten fünf
Startpositionen (16 bis 20) in der Reihenfolge ihrer
gefahrenen Zeiten ein, wobei der schnellste Pilot die
16. Startposition zugewiesen bekommt.
Die
bisherigen Bestzeiten der verbleibenden 15 Autos werden
für die folgende Einheit gestrichen. Am Ende der
zweiten Session (15 Minuten) scheiden erneut die fünf
Langsamsten aus und werden von der dritten Session ausgeschlossen.
Diese Autos bilden die Startpositionen elf bis 15. Der
Schnellste nimmt den elften Rang ein, der Langsamste
den 15. Platz.
Die verbleibenden zehn Autos gehen erneut mit zurückgesetzten
Zeiten in den letzten Qualifyingabschnitt. Die Fahrer
haben zehn Minuten Zeit, die Top-10-Startplatzierungen
unter sich auszumachen. Der Schnellste gewinnt die Pole-Position.
Ersatzautos
Jedes Team darf nur zwei Autos pro Rennwochenende verwenden.
Der Einsatz eines bereitstehenden Ersatzautos, wie er
früher üblich war, ist heute nicht mehr gestattet.
Motor-
und Getriebewechsel
Pro Rennsaison und Auto darf ein Team maximal acht Motoren
verwenden. Für jeden zusätzlich eingesetzten
Motor wird der Teilnehmer im nächsten Rennen mit
einer Rückversetzung um zehn Positionen in der
Startaufstellung bestraft.
Das
Getriebe darf nach vier Rennwochenenden ohne Strafe
gewechselt werden. Sollte ein früherer Wechsel
fällig werden, wird der Teilnehmer im nächsten
Rennen mit einer Rückversetzung um fünf Positionen
in der Startaufstellung bestraft.
Rundenbegrenzung
Es gibt weder im Freien Training noch im Qualifying
eine Rundenbegrenzung.
Parc-Fermé-Regel
Die Autos befinden sich von dem Moment an, an dem sie
sich im Qualifying das erste Mal auf die Strecke begeben,
bis zum Start des Rennens unter Parc-Fermé-Bedingungen,
es darf also nicht mehr am Auto gearbeitet werden. Nicht
hiervon betroffen sind Reifenwechsel und Tanken. Im
Parc Fermé darf an den Autos nicht mehr gearbeitet
werden. Lediglich Reparaturen dürfen nach Erlaubnis
der Rennleitung durchgeführt werden, die Elektronik
darf umprogrammiert werden und der Frontflügel
verstellt werden.
Start
30 Minuten vor dem Start wird die Boxengasse geöffnet.
Die Fahrer haben 15 Minuten Zeit, um ihre Startplätze
einzunehmen. Wer das Zeitlimit überschreitet, muss
das Rennen hinter dem Feld aus der Boxengasse aufnehmen.
Bis
fünf Minuten vor dem Start müssen die Reifen
aufgezogen sein. Eine Minute vor dem Start werden die
Motoren angelassen.
Beim
30-Sekunden-Signal setzt sich das Feld zur Formationsrunde
in Bewegung. Während der Formationsrunde ist Überholen
verboten. Einzige Ausnahme: Fährt ein Fahrer mit
Verzögerung beim Vorstart los und wurde nicht vom
gesamten Feld überholt, darf er seine ursprüngliche
Startposition wieder einnehmen. Andernfalls muss der
Fahrer vom letzten Startplatz starten. Das gleiche gilt
für Fahrer, die einen Startabbruch provoziert haben.
Nach
jedem Startabbruch erfolgt fünf Minuten später
der Neustart. Das Rennen wird wegen der zusätzlichen
Formationsrunde um eine Runde verkürzt. Im Fall
von schwerem Regen ist es möglich, das Rennen hinter
dem Safety-Car zu starten.
Bei
einem normalen Start gehen, sobald das letzte Fahrzeug
in der Startaufstellung steht, nacheinander die fünf
Lampen der Startampel im Sekundentakt an. Startsignal
ist, wenn alle Lampen erlöschen. Signalisiert ein
Fahrer im Feld Probleme, wird die Startprozedur unterbrochen.
Dies wird durch gelbe Flaggen an der Boxenmauer und
ein Blinklicht auf der Startampel angezeigt.
Safety-Car
Wenn der Rennleiter das Safety-Car auf die Strecke schickt,
wird dies rund um den Kurs mit "SC"-Zeichen
signalisiert. Fahrzeuge, die gegebenenfalls zwischen
dem Safety-Car und dem Führenden liegen, werden
vorbeigewinkt und können hinten ans Feld aufschließen.
Die Box darf während einer Safety-Car-Phase angesteuert
werden, allerdings nur unter Einhaltung eines Geschwindigkeitslimits.
Ebenso dürfen Fahrer von hinten auf das Feld hinter
dem Safety-Car aufschließen. Allerdings muss auch
hierfür ein Geschwindigkeitslimit eingehalten werden.
Dieses wird den Fahrern in Form von Richtsektorenzeiten
auf das Display geblendet. Verstößt ein Fahrer
gegen das Limit, droht ihm eine Strafe.
Das
Safety-Car kann, um beispielsweise eine Gefahrenzone
auf der Start- und Zielgeraden zu umgehen, auch durch
die Boxengasse fahren. Auch in diesem Fall müssen
die Fahrzeuge dem Safety-Car folgen. Ein Anhalten vor
der eigenen Box ist jedoch ausdrücklich gestattet.
In
der Runde, bevor das Safety-Car wieder in die Boxengasse
einschert, wird als Signal für die Piloten das
Warnlicht ausgeschaltet.
Rennabbruch
Wird das Rennen in den ersten zwei Runden abgebrochen,
erfolgt ein Neustart. Sind zwischen zwei Runden und
75 Prozent der Renndistanz gefahren, wird das Rennen
neu gestartet. Der zweite Start erfolgt dann unter Safety-Car-Regeln:
Die Autos starten in der Reihenfolge des Abbruchs des
ersten Rennens; die Zeitrückstände werden
nicht berücksichtigt, es sei denn, sie betragen
mehr als eine Runde.
Sollte
ein Neustart nicht möglich sein, werden halbe Punkte
vergeben. Bei einem Abbruch nach mehr als 75 Prozent
der Gesamtdistanz wird die volle Punktzahl vergeben.
Wertung
bei Ausfall eines Fahrers
Hat ein Fahrer zum Zeitpunkt seines Ausfalls mindestens
90 Prozent der Renndistanz absolviert, wird er gewertet.
Zeitstrafen
Die Rennleitung hat die Möglichkeit, einen Fahrer
für ein Vergehen auf drei Arten zu bestrafen: eine
Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse, bei der nicht
vor der eigenen Box gehalten werden darf, eine Zehn-Sekunden-Strafe,
bei der der Fahrer vor seiner Box zehn Sekunden lang
stehen muss, oder eine Rückversetzung um zehn Startplätze
beim nächsten Rennen. Eine Strafe ist innerhalb
von drei Runden nach Bekanntmachung anzutreten. Sollte
eine der ersten beiden Strafen in den letzten fünf
Runden eines Rennens oder erst nach dem Rennen ausgesprochen
werden, so werden auf die Gesamtzeit des Fahrers 25
Sekunden als Strafe addiert.
Geschwindigkeitsbegrenzung
Das Geschwindigkeitslimit in der Boxengasse im Qualifying
und Rennen beträgt seit der Saison 2004 100 km/h.
Sollte eine Strecke eine besonders enge Boxengasse haben,
so kann das Geschwindigkeitslimit jedoch gesenkt werden.
Dies ist zum Beispiel in Monaco notwendig. Zuwiderhandlung
wird im Rennen mit Zehn-Sekunden-Zeitstrafen geahndet,
im Training mit Geldstrafen - 250 Euro pro km/h.
Auszug
aus dem technischen Reglement
Motor
In der Formel-1-Weltmeisterschaft sind Viertaktmotoren
mit maximal 2,4 Litern Hubraum, acht Zylindern und vier
Ventilen pro Zylinder zugelassen. Der Zylinderbank-Öffnungswinkel
ist mit 90 Grad vorgeschrieben, ebenso wie der Bohrungsdurchmesser
von 98 Millimetern. Turbinen, Wankelmotoren oder Aufladung
sind verboten. Es wird ein Mindestgewicht von 95 Kilogramm
vorgeschrieben. Ebenfalls festgelegt ist der Schwerpunkt
des Motors. Untersagt sind weiterhin variable Auspufflängen
und Lufteinlässe und ovale Kolben. Pro Saison und
Auto dürfen acht Motoren verwendet werden. Reparaturen
an Zusatzaggregaten des Motors, wie der Ölpumpe,
sind erlaubt. Ein zusätzlicher Motorwechsel wird
mit dem Zurückversetzen des Fahrers in der Startaufstellung
um zehn Plätze bestraft.
Energierückgewinnung
Seit 2009 dürfen Systeme zur Rückgewinnung
von Energie eingesetzt werden. Diese bezeichnet man
als KERS (Kinetic Energy Recovery System). KERS speichert
rückgewonnene Energie bis zu einer Kapazität
von maximal 300 kj. Pro Runde darf KERS mittels Knopfdruck
maximal einmal aktiviert werden. Dies bringt für
einen Zeitraum von sieben Sekunden zusätzliche
Leistung von bis zu maximal 82 PS.
Motorsteuerung
Formel-1-Motoren verfügen über ein "Anti-Stall-Programm",
um das Abwürgen des Motors bei einem Dreher zu
verhindern. Es muss so programmiert sein, dass der Motor
nach spätestens zehn Sekunden abgestellt wird,
sollte der Fahrer in dieser Zeit nicht wieder in den
Fahrmodus zurückgewechselt haben.
Elektronik
Elektronische Fahrhilfen sind nicht gestattet. Gewährleistet
wird dies durch eine Standardelektronik, die von McLaren
Electronic Systems (MES) und Microsoft zur Verfügung
gestellt wird.
Kraftstoff
Die Formel-1-Boliden müssen mit von der Tankstelle
bekanntem Super-Plus-Benzin fahren. Weitere Zusätze
sind nur sehr begrenzt gestattet.
Antrieb
Erlaubt sind maximal zwei angetriebene Räder. Ein
Rückwärtsgang ist Vorschrift. Die Anzahl der
Gänge kann von vier bis sieben variieren.
Räder/Reifen
- Dimensionen
Für die Hinterräder beträgt die minimale
Breite 365 Millimeter, die maximale Breite 380 Millimeter.
Für die Vorderräder gelten eine minimale Breite
von 305 Millimetern und eine maximale Breite von 355
Millimetern. Der maximale Raddurchmesser ist mit 660
Millimeter für Trockenreifen und 670 Millimeter
für Regenreifen festgeschrieben.
- Profil
Trockenreifen (Slicks) müssen seit 2009 kein Profil
beziehungsweise keine Rillen mehr aufweisen.
- Radsicherung
Jeder Radträger wird mit zwei Kabeln gesichert.
Die Befestigung muss Kräften von zehn Tonnen pro
Kabel, 20 Tonnen pro Rad standhalten.
Cockpit
Aus Sicherheitsgründen muss das Cockpit so dimensioniert
sein, dass der Fahrer es innerhalb von fünf Sekunden
verlassen kann. Die maximal erlaubte Zeitspanne zum
Verlassen des Cockpits und Aufstecken des Lenkrades
beträgt zehn Sekunden. Die Dicke des Kopf- und
Nackenschutzes muss 75 Millimeter betragen. Die Länge
des Cockpits beträgt 850 Millimeter. Der vordere
Fußraum muss ausgepolstert sein. Die Mindestdicke
beträgt 25 Millimeter.
Chassis
Die maximale Breite des Autos beträgt 180 Zentimeter.
Zwischen den Achsen darf die Chassisbreite 140 Zentimeter
nicht übersteigen. Die maximale Höhe des Autos
beträgt 95 Zentimeter, gemessen vom tiefsten Punkt
des Fahrzeugs beziehungsweise dessen Referenzebene.
Unterboden
Die Holzplatte im Zentrum des Unterbodens muss eine
Breite von 30 Zentimetern und eine Dicke von zehn Millimetern
aufweisen. Die maximale Toleranz beträgt einen
Millimeter.